


Aus der Not heraus entstand ein Kindergarten
Die Kita „Ali Baba und seine Räuber e.V.“ wurde im Jahr 1994 von Güldane Yilmaz eröffnet. Zur damaligen Zeit existierten nicht genügend Kitas in Berlin, wobei die meisten Kitaplätze durch städtische Einrichtungen angeboten wurden und kaum durch elterninitiativ geförderte Kinderläden, die auch auf eventuelle Wünsche oder Vorstellungen der Eltern nicht immer eingehen konnten. Für Frau Yilmaz war es bspw. wichtig, dass ihre eigenen Kinder kein Schweinefleisch bekommen und nicht zu unbekleidet in der Kita sind, was bei einer späteren Vertragsunterzeichnung auch schriftlich festgehalten wurde. Leider hielten sich die Fachkräfte nicht an diese Absprache. So wurde für ihre Tochter das Schweinefleisch aus der Suppe herausgenommen und sie sollte diese dennoch essen. Das machte Frau Yilmaz traurig und zugleich fühlte sie sich unverstanden und ausgegrenzt. Sie legte daraufhin eine Beschwerde bei der Kitaleitung ein.
Angetrieben durch ihre eigene Motivation beendete Frau Yilmaz im Jahr 1994 dann erfolgreich ihre Ausbildung und war von nun an „staatlich anerkannte Erzieherin“. Aufgrund ihrer negativen Erfahrungen wollte sie sofort selbst eine Kita gründen, in der kein Kind Ausgrenzung oder Ähnliches erfahren sollte.
Für die erste kleine Gruppe mit 13 Kindern war es ihr besonders wichtig, dass das Personal multikulturell ist. „Wenn ich den Kindern gerecht werden möchte, muss ich mich mit den verschiedenen Kulturen, Religionen und ihrem Umfeld auseinander-setzen. Nur dann bin ich in der Lage, sie zu verstehen und auch das Personal sollte dazu fähig sein, um die Zusammenarbeit besser zu gestalten und in einen besseren Austausch miteinander gehen zu können.“ Dahingehend bietet die Kita auch heute noch auf Wunsch vegetarisches, veganes oder laktosefreies Essen an, welches täglich frisch von unseren Köchinnen zubereitet wird.
Schlussendlich muss Frau Yilmaz sagen, dass anscheinend auch andere vor dieselben Probleme gestellt wurden wie sie, denn mittlerweile wurde aus ihrer Einrichtung mit 13 Plätzen eine mit 102!
Deshalb achtet Sie auch heute noch besonders darauf, dass sowohl bei den Kindern als auch dem Personal niemand aufgrund seiner Herkunft, Religion, Hautfarbe oder seines Geschlechts ausgegrenzt oder diskriminiert wird.